Allgemeine Informationen über Asbest

Asbest (griechisch asbestos für „unzerstörbar“) ist ein Sammelbegriff für verschiedene, natürlich vorkommende Mineralien zweier silikatischer Mineralgruppen. Es gibt beispielsweise Krokydoliths, auch Blauasbest genannt, Grunerit (brauner Asbest), Chrysotils, Anthophyllit, Aktinolith und viele andere zum Asbest zählende Mineralien. Bereits im alten Athen wurden Dochte aus Asbest gefertigt – z.B. für die ewige Flamme auf der Akropolis. Ein ernsthafter Einsatz von Asbest ist Anfang des neunzehnten Jahrhunderts zu beobachten: Asbest wurde zu feuerfester Kleidung  für Feuerwehrmänner verarbeitet. Die technisch breiteste Anwendung besaß später jedoch Chrysotil, auch Weißasbest genannt, dass in der Bauindustrie größtenteils als Armierungsfaser in Asbestzement (wichtigster Handelsname Eternit) verwendet wurde.

Der faserförmige Asbest wurde lange Zeit als eine Art Wunderfaser angesehen. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Asbest beruhen auf seiner allgemeinen Festigkeit, Hitze- und Säurebeständigkeit und den hervorragenden Isolierungseigenschaften. Asbest ist selbst bei Temperaturen von ca. 1000°C und gegen schwache Säuren widerstandsfähig. Weitere Vorteile für einen bevorzugten Einsatz des Asbests im Baugewerbe waren die höhere gewichtsspezifische Zugfestigkeit als Stahldraht, die Eigenschaft nicht zu verrotten und die gute Mischbarkeit mit Zement. Da Asbest durch seine sehr feinen Fasern eine hohe Langlebigkeit besitzt, ist er zusammen mit den vorher genannten Vorzügen als ideales Baumaterial anzusehen – wäre da nicht die extreme Gesundheitsgefahr beim Einatmen von Asbestfasern. Seine gesundheitsschädlichen Eigenschaften sind der Grund, weshalb Asbest nicht mehr verwendet werden darf, unter anderem in der ganzen Europäischen Union, und heute vielmehr mit oft großem Aufwand entfernt und als Sondermüll entsorgt wird.

Entsorgung von Asbest

Nach dem Europäischen Abfallkatalog (Anm.: Luxemburg hat den Europäischen Abfallkatalog (EAK) nicht verwirklicht) sind asbesthaltige Abfallstoffe als gefährlicher Abfall eingestuft. Diese Einstufung trifft in der Bauindustrie auf asbesthaltige Abfälle des Asbestzements, auf Dämmmaterial, das Asbest enthält und viele weitere asbesthaltige Baustoffe zu. Die Entsorgungspreise für asbesthaltiges Material liegen über den üblichen Preisen für zu entsorgende Baustoffe vom Bau. Das liegt an dem teureren Verfahren für eine sichere und fachgerechte Deponierung. Auf einer Deponie werden asbesthaltige Abfälle in sogenannte „Big Bags“ verpackt abgelagert. Anschließend werden die Säcke (Schüttgutbehälter) mit anderem mineralischen Material abgedeckt, damit eine Faserfreisetzung nicht mehr möglich ist.

Gesundheitsschädlichkeit von Asbest

Die materialtechnischen Vorteile von Asbest, genauer seine sehr feine Faserstruktur und die hohe Langlebigkeit, sind auch die Ursache für seine erwiesene Gesundheitsschädlichkeit. Werden asbesthaltige Materialien unsachgemäß bearbeitet, beispielweise mit schnelllaufenden Maschinen, kommt es zu einer Freisetzung von teils unsichtbaren Asbestfasern. Bei Unterschreitung einer gewissen Größe (ca. 3-5µm) können diese Fasern beim Einatmen in die Lunge gelangen und schon bei geringster Belastung der Atemluft die so genannte Asbestose auslösen. Makrophagen, Immunzellen des menschlichen Körpers, sind nicht in der Lage die eigeatmeten Asbestfasern abzutransportieren. Somit kann sich der feinfaserige, langlebige Asbest festspießen und auch noch wandern – das ist der Grund für die gesundheitsgefährdenden Auswirkungen bei Arbeiten mit Asbest.

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